Geschichte und Entwicklung des Judosports

Judo ist eine aus Japan stammende Zweikampfsportart. "Judo" setzt sich aus den japanischen Wörtern "ju" = edel, vornehm, sanft und "do" = Weg, Grundsatz, Prinzip zusammen und ist somit wörtlich mit "sanfter Weg" zu übersetzen, was soviel wie "Siegen durch Nachgeben" heißt. 

Der Vorläufer des Judo ist das Jiu-Jitsu ("sanfte Kunst"), das aus dem Zweikampf in Rüstungen ("Yoroikumiuchi") entstanden ist.
In einer Zeit großer politischer und ökonomischer Veränderungen in Japan zerfiel das alte, feudale Souveränitätssystem und mit ihm die Samurai-Clans.
Als Begründer des Judo gilt Jigoro Kano, der Abkömmling eines alten Samurai-Clans, geboren im Jahre 1860 in Mikage, nahe Kyoto.

Am Hofe des japanischen Kaisers lehrte gegen Ende des 19. Jahrhunderts der deutsche Medizinalrat Erwin Bälz.
Zahlreiche Überlieferungen berichten, dass Bälz Kano zur Gründung des Judo animiert haben soll.  


Kano war von den alten Kampfkünsten begeistert und studierte diese einige Jahre bei verschiedenen Meistern. 
Allerdings waren Kano die Techniken des Jiu-Jitsu zu hart und das Verletzungsrisiko im Training zu groß.
Aus diesem Grunde schuf Kano sein eigenes Kampfsystem, das Judo. Er verbannte alle gefährlichen Elemente (Stöße, Schläge, Tritte sowie Kleingelenkgehebel) aus dem Jiu-Jitsu. Die verbliebenen Techniken sind v.a. Würfe, Halte- und Würgetechniken sowie Armhebel und zusätzlich Fallübungen. Ab nun bestand außerdem die  Möglichkeit einen Kampf aufzugeben.
Damit die effektiven, jedoch gefährlichen Techniken im Judo nicht in Vergessenheit geraten, schuf Kano neun Kata.
1882 eröffnete Kano seine eigene Schule in der Nähe des Eisho-Tempels in Tokio, den Kodokan ("Ort zum Studium des Weges"). 

Der Durchbruch des Judo in Japan gelang erst, als die Schüler Kanos im Jahre 1886 einen regulären Kampf zwischen der Kodokan-Schule und der traditionellen Jiu-Jitsu-Schule "Ryoi-Shinto-Ryu" für sich entscheiden konnte.
Durch die Begeisterung Kaiser Wilhelm II. an den Nahkampftechniken im Jahre 1906 kam das Jiu-Jitsu und Judo nach Deutschland.
Die bedeutendsten deutschen Judoschüler war der Berliner Erich Rahn, der im Jahre 1906 die erste deutsche Jiu-Jitsu-Schule gründete sowie Alfred Rhode, Mitbegründer des ersten deutschen Judo-Clubs in Frankfurt am Main im Jahre 1922.
Im Jahre 1932 wurde unter Vorsitz von Alfred Rhode der Deutsche Judo-Ring gegründet.
Nach dem II. Weltkrieg wurde Judo durch die Alliierten verboten. Erst 1951 fanden die ersten Deutschen Meistershaften nach dem Krieg wieder statt.
Im gleichen Jahr wird die IJF gegründet, die noch heute ihren Sitz im Kodokan hat.
Alfred Rhode übernahm 1952 den Vorsitz des in diesem Jahre gegründeten Deutschen Dan-Kollegiums.
Ein Jahr später wurde der Deutsche Judo-Bund unter Vorsitz von Heinrich Frantzen ins Leben gerufen. Die Gründung des Deutschen Judo-Verbandes der DDR folgte 1958.
Zwei Jahre zuvor, im Jahre 1956, wurden die ersten Weltmeisterschaften ausgetragen.
1969 finden erste Bundesliga-Kämpfe statt.
Erste Deutsche Meistershaften für Frauen fanden 1970 in Rüsselsheim statt, erste Europameistershaften für Frauen folgen 1975.
1964 wurde Judo olympische Disziplin bei den Männern. Die erste Olympiade im Judo fand in Tokyo statt. Die Frauen folgten 1992.




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